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Immobilien und die rückwirkende Verlängerung der Veräußerungsfrist

Juni 2015

Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) hat zur Ermittlung des Gewinns aus privaten Veräußerungsgeschäften in Fällen der rückwirkenden Verlängerung der Veräußerungsfrist bei Spekulationsgeschäften von zwei auf zehn Jahre Stellung genommen (BMF, Schreiben v. 18.5.2015 - IV C 1 - S 2256/07/10001 :009).

Hintergrund: Der BFH hatte 2014 abweichend von der Vereinfachungsregelung in Ziffer II.1 des BMF-Schreibens v. 20.12.2010 (BStBl 2011 I S. 14; NWB DokID: QAAAD-58798) entschieden, dass Abschreibungen, die in der Zeit bis zur Verkündung des StEntlG 1999/2000/2002 am 31.3.1999 in Anspruch genommen worden sind, nicht dem steuerbaren Zeitraum zuzuordnen sind (BFH, Urteil v. 6.5.2014 - IX R 39/13; s. hierzu NWB-Nachricht v. 3.9.2014).

Hierzu führte das BMF weiter aus:

Im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder wird Ziffer II. 1 des BMF-Schreibens v. 20.12.2010 neu gefasst.

Der Umfang des steuerbaren Wertzuwachses ist hiernach regelmäßig entsprechend dem Verhältnis der Besitzzeit nach dem 31.3.1999 im Vergleich zur Gesamtbesitzzeit linear (monatsweise) zu ermitteln. Angefangene Monate der Gesamtbesitzzeit werden aus Vereinfachungsgründen aufgerundet. Angefangene Monate der Besitzzeit nach dem 31.3.1999 werden abgerundet.

Einer anteiligen Zuordnung der nach § 23 Abs. 3 Satz 1 EStG bei der Ermittlung der Einkünfte aus Veräußerungsgeschäften abziehbaren Werbungskosten bedarf es nicht. Diese sind in vollem Umfang vom steuerbaren Veräußerungserlös abzuziehen.“

Quelle: BMF online

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